Chronik Theater

Heimweh am Wolgastrand_mittel
Von links: Roswitha Ruhnau, Paul Engst, Gerda Lipiec, Manfred Maier, Brigitte Maier und Gerold Grömminger.

Neben den sportlichen Aktivitäten hat der Sport-Club vor allem auch im kulturellen Bereich unseres Dorfes positives geleistet Neben diversen Kappenabenden, die in den Vereinslokalen „Grüner Baum” und “Löwen” abgehalten worden sind, waren es vor allem die Bunten Abende und die Theateraufführungen, die in der Erinnerung haften geblieben sind.

So hat man bereits im Gründungsjahr 1955 mit der allseits geschätzten Tradition, zur Weihnachtszeit ein Theaterstück aufzuführen, begonnen. Die Mitglieder des neu gegründeten Sport-Clubs wollten die Einnahmen zur Tilgung der Verbindlichkeiten verwenden, die für den Bau des Sportplatzes auf dem Fohrenbühl veranschlagt worden waren. So ging man kurz nach Vereinsgründung daran, die Stücke „Das Vater unser” sowie “Steffeli und Vroneli“ einzustudieren. lm Protokollbuch wird die erste Theateraufführung vom damaligen Schriftführer Norbert Grömminger folgendermaßen wiedergegeben:

Mit großer Liebe und Opferbereitschaft studierte Kulturwart Alfred Sutter die ausgesuchten Theaterstücke mit der Theatergruppe ein. In den Schlußwochen fanden seine Bemühungen durch Albert Kummerländer, Siegfried Spiegelhalter und Norbert Grömminger besondere Unterstützung. Die gut einstudierten Stücke wurden zuerst in Mindersdorf und acht Tage später in Zoznegg aufgeführt. Die geschmackvoll gestaltete Beleuchtung brachte Albert Kummerländer ein besonderes Lob. Die Kritik in der Tageszeitung schloß mit den Worten: “Die Rollen waren meisterhaft gespielt”.

Am Sonntag, 15. Januar 1956, wurde das Theater in Hoppetenzell irn Löwensaal aufgeführt. Die Schulkinder, die der Hauptprobe am Mittag beiwohnen durften, waren Propagandisten zuhause. Kein Wunder, daß schon eine Stunde vor Spielbeginn der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Um 19.30 Uhr eröffnete Franz Karl Thum den Abend.

Er begrüßte die zahlreich erschienenen Sportfreunde, unter denen sich Bürgermeister Emil Ramsperger, der Ortsgeistliche Pfarrer Alois Sartory sowie Gemeinderäte befanden

In einer 4-stündigen Darbietung zeigten die Laienspieler, die sich gedanklich in das Stück eingelebt hatten, mit Mimik und Pathos leidenschaftlich charakterlose Menschen, die, einmal gefallen, mit Druckmitteln zu arbeiten verstanden. Schließlich aber hat die Kraft eines gläubig gesprochenen Tischgebets „Vater unser” Hilfe in der Not gebracht. Eine magische Beleuchtung, die Albert Kummer-länder für jeden Akt, ja sogar für die einzelnen Szenen abgestimmt hatte, erhöhte Wirkung und Stimmung.

Das Luststück „Steffele und Vronele beim Photograph” mit seinen Darstellern (Arnold und Alma Grömminger, Siegfried Spiegelhalter) löste von Anfang bis Ende Lachsalven auf Lachsalven aus. Zum guten Gelingen des Abends war noch ein Glückshafen eingerichtet worden. Alfred Sutter stiftete von den vorgesehenen Gewinnen allein 20 Preise. Die übrigen Vorstandsmitglieder haben je 3 Preise gestiftet. Soweit die von Mitgliedern eingegangenen Spenden nicht ausgereicht hatten, wurde in den Fachgeschäften das Restliche eingekauft. Der Abend war für alle Besucher ein wirkliches Erlebnis. Zum guten Gelingen haben Alfred Sutter, Albert Kummerländer und Franz Karl Thum kostenlos ihre Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Ihnen gebührt aufrichtiger Dank.

In den Jahren danach wurden von den Laienschauspielern des SportClubs unzählige Theaterveranstaltungen durchgeführt. Anfänglich waren es Albert Kummerländer und Alfred Sutter, welche die Stücke ausgesucht und einstudiert hatten. Ab dem Jahre 1964 übernahm dann der damalige Hauptschullehrer Anton Hanagarth die Regie bei den Aufführungen. Unter seiner Leitung fanden auch die ersten Sportlerbälle und Bunten Abende im Löwensaal statt. Nach seinem Wegzug im Jahre 1970 war es Hans Schneble, der in die Fußstapfen der bisherigen Regisseure trat. Mit seinem Namen sind viele erfolgreiche Theateraufführungen und Bunte Abende verbunden. Ab dem Jahre 1996 waren es dann Kurt Grömminger, Paul Engst und Gerold Grömminger, die die liebgewordene Tradition bis zum heutigen Tage weiterführten. Nachstehend sind die Stücke, die im Protokollbuch aufgeführt sind. aufgelistet. Es se i allerdings erwähnt, daß diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit besitzt, da eventuell nicht alle Theaterveranstaltungen irn Protokollbuch verewigt sind.

  • 1956: Das Wunder der Madonna zu Gmünd
  • 1958: Quo vadis domine
  • 1959: Die Dulderin auf Siegfriedsburg
  • 1961: 10 vergessene Jahre „Der Koffer”
  • 1962: Verachte die Eltern nicht” „Der Rosenkavalier”
  • 1964: Das lebenslängliche Kind”
  • 1969: Der Hochstapler
  • 1972: Die gepumpte Schwiegermutter
  • 1974: Heimweh am Wolgastrand
  • 1978: Wie der Brandauer Kasper den Teufel überlistete

Mit diesem Theaterstück endete vorerst, die nun schon über 20-jährige Tradition der Theateraufführungen des SCH. Nachdem der Löwensaal für immer geschlossen wurde und im Dorfe keine räumlichen Alternativen zur Verfügung standen. mußten die Theateraufführungen viele Jahre ausgesetzt werden.
Erst durch den Bau der Johanniterhalle im Jahre 1988 konnte die liebgewonnene Tradition wieder fortgesetzt werden. Folgendes ist im Protokollbuch über die Wiederbelebung der Theaterveranstaltungen vermerkt, Fredi Grömminger schreibt:

Der verkaufte Großvater mittel
Von links: Edi Klink, Manuela Kledt und Cordula Grömminger.

1988: „DER VERKAUFTE GROßVATER”
10 Jahre waren seit der letzten Theateraufführung ins Land gezogen, da für derartige Inszenierungen keine Räumlichkeiten mehr zurVerfügung standen. Mit Fertigstellung der neuen Halle änderte sich diese Problematik natürlich schlagartig. Und so beschloß die Vorstandschaft diese lange Tradition des Weihnachtstheaters, im Wechsel mit dem Weihnachtskonzert des Musikvereins wieder auferstehen zu lassen. Gerold Grömminger wurde mit der Aufgabe betraut, ein schlagkräftiges Team, samt Regisseur auf die Beine zu stellen. Trotz diverser Absagen altbewährter Kräfte, die eigentlich fest eingeplant waren, schälte sich zum Schluß zwar eine sehr Junge. aber nicht minder talentierte Gruppe von 10 Akteuren heraus,

Es waren dies:
Gerold, Cordula und Fredi Grömminger, Manuela Kledt, Elvira Gottwald, Heidi Klüdtke, Rainer Spranger, Ralf Zanner, Paul Engst und Edi Klink.

Zu ihnen gesellte sich noch unser Ehrenvorsitzender Hans Schneble, der mit dem Einstudieren von derartigen Stücken schon einige Erfahrung gesammelt hatte.
Michael Kledt als Souffleur vervollständigte das Esemble. Zur Aufführung gelangen sollte das Luststück von Erich Siebeneicher „Der verkaufte Großvater”. Nun standen insgesamt 8 Wochen harter Probenzeit vor den Akteuren, in denen uns Hans Schneble alles abverlangte.
Nicht wenige Male hörte man ihn im Probelokal lauthals fluchen und einigen von uns verging immer mehr das Lachen. Daß diese harte Vorbereitungszeit aber zu einem wirklich hervorragenden Ergebnis führte, davon konnte sich jeder Zuschauer an den beiden Aufführungstagen überzeugen. Denn die gezeigten Leistungen hielten mit Sicherheit allen Vergleichen vergangener Theateraufführungen stand. Dazu kam noch, daß den Akteuren von den Bühnenbauern Wilfried Engst, Kurt Grömminger und Heinz Reiter, der auch noch als Schminker in Erscheinung trat, wirklich sehenswerte Kulissen zur Verfügung gestellt worden sind. Die Freude über die durchweg gelungenen Vorstellungen war natürlich riesig groß.
Allen, die diese 2 Monate härtester Vorbereitungszeit miterlebten, wird diese Theateraufführung trotzdem noch lange angenehm in Erinnerung bleiben. Denn Hans Schneble hatte es verstanden. die Gruppe zu einer festen Einheit zusammenzuschließen.

Die weiteren Aufführungen:

  • 1990: Um Haus und Hof
  • 1992: Der Schneckenprofessor
  • 1996: Der Watschenkrieg am Ochsenhof
  • 1998: Wohin mit der Leiche
  • 2005: Die Gedächtnislücke
  • 2007: Katzenjammer
  • 2009: Zwei Detektive und keiner blickt durch
  • 2011: Natur pur
  • 2013: Die Leiche im Schrank
  • 2015: Die tolldreisten Brüder