2013 Die Leiche im Schrank

Quellverweis: Südkurier 05.03.20013 von Cornelia Giebler

Hoppetenzeller Laienspieler begeistern Publikum

Theatergruppe des SC spielt Komödie Eine Leiche im Schrank und erntet viel Applaus.

Ein Einbrecher wird auf frischer Tat von einem Fotografen auf Film gebannt. Beim Versuch, sich den noch unentwickelten Film aus dem Atelier zu holen, muss er sich in einem Schrank verstecken und „tarnt“ sich als Leiche. Doch schließlich wird er erkannt und von der zuvor gerufenen Kommissarin festgenommen. So wäre das Theaterstück „Eine Leiche im Schrank“ schnell erzählt, wenn nicht die eine Komödie ausmachenden Verwechslungen und Ränkespiele – meist zwischen den Geschlechtern – daraus eine höchst amüsante und sehr unterhaltsame Bühnenaufführung machten.

Zweimal ausverkauft waren die beiden Theateraufführungen des SC Hoppetenzell in der Johanniterhalle. Der Weg hatte sich für die Besucher gelohnt. Sie wurden bestens unterhalten von den überzeugend spielenden Akteuren, die unter der Regie von Ralf Zanner jedes Detail ihrer Rolle akribisch ausgearbeitet hatten und nun in Sprache, Mimik und Gestik ganz großartig auf die Bühne brachten. Die Liebe fürs Detail zeigte sich auch im Bühnenbild, von Familie Heinz Reiter gestaltet und mit Requisiten vom Fotoclub Zizenhausen ergänzt. Denn der Dreiakter spielt in einem Zimmer der Wohnung des Fotografen Bloedt, der hier seine Geliebte Nicole empfängt, seine Nachbarin vor dem eifersüchtigen Ehemann Nicoles als seine Frau ausgibt, deren Mann aber wiederum früher als gedacht von einem Karatewettkampf zurückkehrt. In dieses Durcheinander trifft ein älteres Ehepaar, das sich fotografieren lassen möchte, eine junge Frau, die gerne als Modell arbeiten würde sowie der undurchsichtige Bekannte der Nachbarin, der im Laufe des Stücks nach und nach von allen Akteuren im Schrank als Leiche entdeckt wird. Die Komödie lebt von den pointenreichen Dialogen, die von den Darstellern auf den Punkt serviert wurden. „Klatschen Sie ruhig bei gut gespielten Szenen, dies ist unser einziger Lohn“, hatte Ralf Zanner zu Beginn die Zuschauer gebeten. Eigentlich wäre das nicht nötig gewesen, denn die zahlreichen komischen Szenen – die vergeblichen Kussversuche von Bloedt, der Auftritt des bodygebuildeten Siggi Kraft, das undurchsichtige Agieren von Simone und das Streiten des älteren Ehepaares Halt, sie, die überall potentielle Mörder sieht und er, der Trost in der Flasche findet – ernteten jede Menge Lacher und Beifall.

Mit begeistertem Applaus wurden die Laienschauspieler des SC Hoppetenzell am Ende belohnt. Der Generationenwechsel in der Theatergruppe ist mit sechs jungen Darstellern nun endgültig vollzogen. Stephan Borst dankte am Ende den Mitwirkenden und Helfern, Maskenbildnerin Gisela Matt, Souffleuse Edith Engst, Paul und Wilfried Engst für die Mitgestaltung des Bühnenbildes sowie dem Musikverein Hoppetenzell für die Bewirtung.

Hintere Reihe von links:
Hintere Reihe von links: Michael v.Briel, Julia Borst, Rebecca Engst, Torsten Grömminger, Ralf Zanner, Gisela Matt. Vordere Reihe von links: Edith Engst, Christian Schreiber, Cilli Engst, Frederik Engst und Sandra Bohner.