1996 Der Watschenkrieg am Ochsenhof

Quellverweis: Südkurier 21. Dezember 1996 von Cornelia Giebler

Auch langsam sprechen will gelernt sein

Beim Sportclub Hoppetenzell ist der “Watschenkrieg auf dem Ochsenhof” im Gange

1996 Der Watschenkrieg am Ochsenhof
Von links: Gerold Grömminger, Nicole Kledt, Edith Engst, Manuela Kledt, Mario Grömminger, Claudia Löffler und Ralf Zanner

Haarsträubende Verwicklungen auf dem Ochsenhof! Die Kräuterhexe Theresa, eine alte Kupplerin, hat großes Unheil angerichtet – das Liebesglück dreier Paare steht auf dem Spiel. Natürlich heißt es am Schluß von “Der Watschenkrieg am Ochsenhof” Ende gut, alles gut – doch ehe alle Mißverständnisse und Intrigen aufgelöst sind, hat das Publikum viel zu lachen.
So ein Schwank lebt davon, daß die kleinen wie auch großen Poinnten gut herübergebracht werden. Kurt Grömminger, der mit Paul Engst Regie führt, läßt deshalb eine Szene gleich mehrmals proben, damit Gesichtsausdruck und Gebärde die Worte unterstützen.
Den Akteuren, die zum erstenmal bei einer Theateraufführung des Sportclubs Hoppetenzell dabei sind, fällt es noch schwer, langsam und doch nicht monoton zu sprechen, zu flüstern und doch bis ans Ende des Saales gehört zu werden. Und so muß Regisseur Grömminger immer wieder einmal aus dem Zuschauerraum nach oben rufen: “Nutzt doch die Bühne richtig aus!”
Seit Anfang November sind die zehn Laienschauspieler am Proben. Zuerst wurde das Stück, das aus dem Bayrischen ins Hochdeutsche übersetzt werden musste, immer und immer wieder mit verteilten Rollen gesprochen. Dann begann man, noch im Bürgersaal, die einzelnen Akte durchgängig zu spielen. Nun ist man auf die Bühne der Johanniterhalle umgezogen.
Sei dem zweiten Weltkrieg wird in Hoppetenzell in der Weihnachtszeit Theater gespielt. Bis in die 60er Jahre wechselten sich die örtlichen Vereine darin ab. Dann lag die Regie nur noch in den Händen des schauspielbegabten Lehrers Anto Hannagarth, der bei den Aufführungen des Sportclubs Regie führte.
Auch nach dem Weggang Hannagarths blieb das Theaterspielen beim SC. Von 1970 bis 1980 spielte amn unter Hans Schneble. Dann wurde das Gasthaus Löwen geschlossen und damit auch der Löwensaal. Erst 1988 konnte in der neugebauten Johanniterhalle wieder mit dem Theaterspielen begonnen werden.
Nun spielt man im zweijährigen Turnus. Am 26. Dezember beginnt um 14:30 Uhr die Generalprobe, die gleichzeitig Kindervorführung ist. Um 20 Uhr hebt sich der Vorhang in der Johanniterhalle zur Premiere. Wiederholt wird die Vorstellung am 28.Dezember um 20 Uhr.

1996 Der Watschenkrieg am Ochsenhof
Von links: Heike Zanner, Christian Schreiber, Gerold Grömminger, Edi Klink, Nicole Kledt, Mario Grömminger und Edith Engst